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Rudolf Steiner Archive Section Name Rudolf Steiner Archive



Aus der Akasha-Forschung. Das Fuenfte Evangelium

On-line since: 6th November, 2007

NOTIZBUCHEINTRAGUNG

Als er das Gespräch mit der Mutter geführt
hatte, da fühlte er sich vom Geiste getrieben
nach dem Jordan zu Joh. Auf dem Wege traf er
zwei Essäer, mit denen er oft Gespräche
geführt hatte. Und er kannte sie nicht. Sie aber
erkannten ihn sehr gut.
«Wohin geht dein Weg»
«Dahin, wohin noch Seelen eurer Art
nicht blicken wollen — Wo der Schmerz der Menschheit die Strahlen des
vergessenen Lichtes finden kann.»

Seine Augen — sie waren liebevoll, doch seine Liebe
wirkte wie wenn sie durch sie auf einem Unrecht
ertappt wären —
«Was seid ihr für Seelen?
Wo ist eure Welt? — Warum umhüllt
ihr euch mit täuschenden Hüllen? Warum
brennt in eurem Innern ein Feuer, das
in meines Vaters Hause nicht entfacht ist.» —

Und sie verstanden seine Rede nicht.
Und sie merkten, daß er sie nicht erkannte.

Jesus v.N. sprachen sie, kennst du uns nicht?
«Ihr seid wie verirrte Lämmer; ich aber war
des Hirten Sohn, dem ihr entlaufen seid. Wenn
ihr mich recht erkennet, werdet ihr alsbald von
Neuem entlaufen. Es ist so lange her, daß ihr
von mir in die Welt entflohen seid»

Und sie wußten nicht, was sie von ihm halten sollten.
Und er sprach weiter: «Ihr habt des Versuchers
Mal an Euch. Er hat mit seinem Feuer euere Wolle
glänzend und gleißend gemacht — die Haare dieser Wolle
stechen meinen Blick. — Der traf euch nach Euerer Flucht.
Er hat eure Seelen mit Hochmut durchtränkt».

Da nahm einer der Essäer das Wort und sagte:
«Haben wir nicht dem Versucher die Türe
gewiesen. Er hat kein Teil mehr an uns».

Und Jesus sprach:
«Wohl wieset ihr ihm die Türe; doch er lief
hin und kam zu den ändern Menschen.
So grinst er euch an von allen Seiten. Ihr
erhöht euch nicht, wenn ihr die ändern
erniedrigt. Ihr kommt euch hoch nur
vor, weil ihr die ändern verkleinert.»

Da erschraken sie, in dem Augenblicke
aber war es ihnen, als ob er vor ihren
Augen verschwand: in der Ferne
aber erblickten sie sein riesenmäßig
vergrößertes Antlitz — und hörten
die Worte:
«Eitel ist euer Streben; weil leer ist euer
Herz, die ihr euch erfüllet habt mit
dem Geiste, der den Stolz in die Hülle der Demut
täuschend birgt.»

Und sie sahen dann längere Zeit nichts; als
sie wieder zu sich gekommen waren, da war
er des Weges weiter gegangen — von ihnen.
Sie überbrachten, was sie vernommen hatten, den
ändern Essäern nicht, sondern schwiegen darüber zeit
ihres Lebens. —

Dann begegnete Er einem, der verzweifelt war;
nachdem J. gefragt: wozu hat deine Seele ihr Weg
geführt: ich habe dich vor Äonen
gesehen, da wärest du anders —
sprach dieser: Ich war in hohen Würden; stets wenn
ich eine Würde erhielt, da sagte ich: was für ein
seltner Mensch bist du doch; deine hohen Tugenden
erheben dich über alle ändern Menschen; ich war
im Glücke; da kam mir schlafend einmal wie
im Traume eine Frage, die ich im Wachen nie
gestellt hätte: denn ich fühlte, wie ich mich im
Traume vor mir selbst schämte, daß ich die Frage
gestellt hatte: «Wer hat mich groß gemacht?». Da
stand vor mir ein Wesen, das sagte: «Ich habe dich
erhöht, doch bist du dafür mein» — da mußte ich
die Flucht ergreifen: ich irre umher, suchend und
nicht wissend, was ich suche.

Als er so sprach, stand das Wesen wieder da:
es deckte mit seiner Gestalt J. zu — der entschwand
dem Leidtragenden —

Dann kam des Weges ein Aussätziger —
Der sagte, nachdem J. gefragt; mich haben die
Menschen verstoßen —
da irrte ich einmal des Nachts durch einen Wald;
ein leuchtender Baum zog mich an — ich trat auf
ihn zu; da stand in Gerippeform der Tod vor
mir — der sagte: ich bin du; ich zehre an dir —

da fürchtete ich mich; er aber sprach: warum fürchtest
du dich; hast du mich nicht einst geliebt; und ich
wußte, daß ich ihn nie geliebt hatte, da verwandelte
er sich in den schönsten Erzengel — und
verschwand — ich verfiel in Schlaf und fand mich
des Morgens an dem Baum erwachend — da
wurde mein Aussatz stets schlimmer —

Als er so gesprochen hatte: erschien der EE
deckte J. zu — der entschwand.




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