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Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken

On-line since: 31st December, 2016

HINWEISE

Zu dieser Ausgabe

Der Vortragskurs über die Apokalypse ist der fünfte Kurs, den Rudolf Steiner für die Mitglieder der Bewegung für religiöse Erneuerung gehalten hat. Im September 1924 - dem letzten Monat seiner Vortragstätigkeit überhaupt - hielt Rudolf Steiner vier bis sechs Vorträge täglich. Nebeneinander fanden mehrere Kurse statt. Im Mittelpunkt der damaligen Dornacher Veranstaltungen stand der Dramatische Kurs, der ursprünglich für Schauspieler und Sprachgestalter gedacht war, zu dem aber der Andrang so groß war, daß diese Beschränkung nicht aufrechterhalten werden konnte und der daher vor einem Auditorium von über 700 Zuhörern abgehalten wurde. Für Ärzte und Priester hielt Rudolf Steiner vom 8. bis 18. September 1924 Vorträge über Pastoralmedizin und für die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft Vorträge über karmische Zusammenhänge. Ferner wurden die Unterweisungen für die Mitglieder der Ersten Klasse der freien Hochschule fortgesetzt und auch die Vorträge für die am Goetheanumbau tätigen Arbeiter.

«Im September war es» - so schrieb Marie Steiner (in «Was in der Anthroposophischen Gesellschaft vorgeht. Nachrichten für deren Mitglieder», Nr. 36 vom 3. September 1944) - «daß Rudolf Steiner wie in einem letzten glanzvollen Aufleuchten seines Geistes, dem im Feuer übersinnlichen Erlebens schon verglühenden Körper die äußerste Kraftleistung abrang, durch die eine unvorstellbare Fülle von geistigen Gaben uns zuströmte. Es war wie ein Zusammenfließen, eine Konzentration alles dessen, was er im Laufe seines vier Jahrzehnte langen Wirkens für die Erweckung der Menschheit getan hatte: zugleich reife Frucht und in sich gedrängte Zukunftskraft, welche kommende Zeitalter wird geistig befruchten können.»

Der vorliegende Kurs - an dem 57 Priester der Christengemeinschaft und die Vorstandsmitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft teilnahmen begann im Saal der Schreinerei, wurde dann zunächst fortgesetzt im Haus Brodbeck, der heutigen .Rudolf-Steiner-Halde, später wurde der Kurs in einen größeren Raum des sogenannten Baubüros verlegt, das sich in einer heute nicht mehr existierenden Baracke in der Nähe der Schreienerei befand.

Zu den Tafelzeichnungen: Die Original-Wandtafelzeichnungen und -anschriften Rudolf Steiners bei diesen Vorträgen sind erhalten geblieben, da die Tafel damals mit schwarzem Papier bespannt worden war. Sie sind in diesem Band im Anhang wiedergegeben. (Datumangaben auf den Tafeln sind nicht von der Hand Rudolf Steiners.)

Textunterlagen

Einen authentischen Wortlaut Rudolf Steiners im Sinne eines wörtlich mitgeschriebenen Stenogrammes gibt es von diesen Vorträgen nicht, denn es war kein Stenograph zugezogen worden.

Die Herausgabe basiert auf einer Zusammenstellung von TeilnehmerNotizen, die auf folgende Weise zustandegekommen ist: Nach Beendigung des Kurses wurden die von verschiedenen Teilnehmern gemachten Aufzeichnungen eingesammelt und einer Gruppe zur Bearbeitung und Vervielfältigung übergeben. Hierüber hat Wolfgang Schickler im «Priester-Rundbrief» Nr. 38 vom 30. Oktober 1924 berichtet. Wenngleich Schickler hauptsächlich über die technischen Schwierigkeiten des Vervielfältigens schreibt, geht doch aus seiner Darstellung auch hervor, daß mindestens sechs Persönlichkeiten mitgewirkt haben, um die verschiedenen Notizen zu entziffern, zusammenzustellen, zu diktieren und zu tippen. Genannt werden Käthe Wolf-Gumpold, Walter Gradenwitz, Johannes Thielemann, Arnold Göbel, Hermann Beckh. Schickler bezeichnet einen Teil der Notizen wegen ihrer Schwerlesbarkeit scherzhaft als «Pali-Texte».

Der auf diese Weise entstandene Rohtext wurde sogleich vervielfältigt, ohne daß zuvor eine kritische Durchsicht oder Bearbeitung durch eine kompetente Persönlichkeit aus dem Teilnehmerkreis erfolgt wäre. Über den Verbleib der Einzelnotizen selbst ist nichts bekannt.

Es handelt sich bei dieser Notizen-Zusammenstellung - sie ist bis heute die einzige Unterlage für die Herausgabe der Vorträge - also nicht um wörtliche Mitschriften von Rudolf Steiners Vorträgen, und auch nicht um ein von einer bestimmten Persönlichkeit verantwortetes Referat der Vortragsinhalte. Die Aufzeichnungen könnten wohl am besten als eine Art von Erinnerungsprotokoll für die Teilnehmer bezeichnet werden. Der Verlauf der Vorträge und die wesentlichen Gedankengänge scheinen gut festgehalten zu sein, doch zeigen sich im Detail vielerlei Mängel und Unklarheiten; dies sind im wesentlichen :

  • fehlende oder unklare Satzkonstruktionen

  • Anakoluthe (Bruch in der Satzkonstruktion)

  • inhaltlich unklare Sätze

  • offensichtliche Lücken, zumeist wenigstens daran erkennbar, daß der fortlaufende Gedankenfaden unterbrochen ist

  • Verwendung der Worte «er», «sie», «es», ohne daß ersichtlich ist, was damit gemeint ist

  • Wiederholung eines vorangegangenen Substantives in falschem Zusammenhang, wodurch der Sinn eines ganzen Satzes völlig entstellt

wird.

  • Verwendung falscher Zeiten, z. B. Gegenwart statt Konjunktiv oder Imperfekt statt Futurum, wodurch ebenfalls der Sinn entstellt wird.

  • Wiederholung der gleichen Ausführungen mit nur geringfügig veränderten Worten, wobei unklar ist, ob hier Rudolf Steiner einen Gedankengang oder auch nur eine Satzpassage wiederholt hat, oder ob einfach die Notizen, die verschiedene Teilnehmer von der gleichen Aussage gemacht haben, hintereinandergestellt wurden. - unklare Wiedergabe von Zitaten, u.a.m.

Wegen der offensichtlichen Mängel der Aufzeichnungen mußten sich die

Herausgeber zu einer Bearbeitung der Textunterlage entschließen. Diese wurde nach folgenden Richtlinien vorgenommen:

  • klare Satzgliederungen herstellen

  • Interpunktion und Rechtschreibung berichtigen

  • Zitate nachweisen und berichtigen

  • unvollständige Sätze ergänzen

  • in Zweifelsfällen Textvarianten in die Hinweise aufnehmen und/oder erläutern

  • bei unverständlichen Textstellen Parallelstellen im Werk Steiners nachweisen, um mit deren Hilfe einen sinnvollen Text zu erarbeiten. Hierfür ein Beispiel:

Unklare Ausführungen in der Textunterlage:

«Nun habe ich im Laufe der Zeit hier und an verschiedenen Orten ausgeführt, wie dieses Michaeltum in geistiger Beziehung eingeleitet worden ist. Ein Stück davon habe ich neulich im Vortrage erwähnt, wo ich hingewiesen habe darauf, wie 869 unter der Regentschaft Michaels von den Individualitäten Alexander und Aristoteles eine wirklich christliche Impulsivität eingeleitet worden ist. Aber das ging ja weiter. Im Beginne des neuen Zeitalters, wo die Bewußtseinsseele eingreift - das habe ich ja ausgeführt - haben wir einen großartigen Einblick. Wenn wir hinaufschauen in das dem physischen Geschehen parallelgehende, zur Erdenmenschheit gehörende Geistgeschehen, haben wir eine übersinnliche Schule mit Michael als Lehrer.»

Bearbeitung anhand des erwähnten Vortrages.

(Es ist der Vortrag vom 10. September 1924, GA 238, der wörtlich mitgeschriebenen worden ist.)

«Nun habe ich im Laufe der Zeit hier und an verschiedenen anderen Orten ausgeführt, wie durch Michael in geistiger Beziehung das Christentum eingeleitet worden ist. Ein Stück davon habe ich neulich im Vortrag vom 10. September 1924 erwähnt, wo ich hingewiesen habe darauf, wie unter der Regentschaft Michaels zur Zeit von Aristoteles und Alexander schon ein wirklicher christlicher Impuls eingeleitet worden ist, und wo ich hingewiesen habe auf das Jahr 869, in dem eine Art von übersinnlichem Konzil sich abgespielt hat. Das hat sich ja weiter fortgesetzt. Und im Beginne des neuen Zeitalters, wo die Bewußtseinsseele eingreift - das habe ich ja ausgeführt -, haben wir, wenn wir hinaufschauen in das dem physischen Geschehen parallelgehende, zur Erdenmenschheit gehörende Geistgeschehen, den großartigen Anblick einer übersinnlichen Schule mit Michael als Lehrer.»

Ziel der Bearbeitung war die Erstellung eines verständlichen Textes, soweit dies aufgrund der mangelhaften Unterlagen möglich war. Selbstverständlich bleibt jede Bearbeitung letztlich immer unbefriedigend und kann niemals ein wörtlich mitgeschriebenes Stenogramm ersetzen.

Hinweise zum Text

Werke Rudolf Steiners innerhalb der Gesamtausgabe (GA) werden in den Hinweisen mit der Bibliographie-Nummer angegeben. Siehe auch die Übersicht am Schluß des Bandes.

zu Seite

11 Der seinerzeitige Druck dieser Worte Rudolf Steiners im Nachrichtenblatt beginnt mit einem grammatisch unzulänglichen Satz, vermutlich aufgrund eines Druckfehlers. Die handschriftliche Vorlage ist nicht erhalten. Für die vorliegende Wiedergabe dieses Aufsatzes wurden die damals gedruckten ersten Worte «In diese Kurse» geändert in «Unter diesen Kursen».

15 Johannes Werner Klein (1898-1984), damals Oberlenker in der Christengemeinschaft.

Es haben die Freunde jetzt ausnahmslos alle ihr Gesuch eingereicht aus persönlicher Initiative um Aufnahme in die Hochschule für Geisteswissenschaft: In einem Brief vom 31. August 1924 hatte Emil Bock (damals Oberlenker in der Christengemeinschaft) an Rudolf Steiner geschrieben, daß von dem Kreise der Priester der Anschluß an die Erste Klasse der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft als eine Lebensfrage empfunden werde. Dem Brief waren Aufnahmegesuche von siebzehn Persönlichkeiten des Kreises beigefügt. Vierundzwanzig Priester wären bereits früher Mitglieder der Ersten Klasse der Freien Hochschule geworden, fünfzehn weitere hatten Anträge gestellt, aber noch keine Antwort erhalten.

Es werden elf Persönlichkeiten vorgestellt: Seit der Begründung der Christengemeinschaft im September 1922 waren noch die folgenden Persönlichkeiten zum Priester geweiht worden: Harald Brock, Robert Goebel, Johannes Hemleben, Hermann Heisler, Josef Kral, Karl Ludwig, Karl Luttenberger, Rudolf Meyer,

Ernst Moll, Hermann von Skerst, Gustav Spiegel, Johannes Thielemann, Käthe

Wolf-Gumpold. Ob diese alle an dem Vortragskurs teigenommen haben, ist nicht bekannt.

19 an der Statte, aus der wir zuerst die Flammen herausschlagen sehen mußten: Der Brand des ersten Goetheanums in der Silvesternacht 1922/23 wurde zuerst im sogenannten «Weißen Saal» bemerkt, in welchem im September 1922 die Zusammenkünfte der Begründer der Christengemeinschaft stattgefunden hatten.

27 *) An dieser Stelle enthält die interne Vervielfältigung der Christengemeinschaft noch die folgenden, offensichtlich mangelhaft mitgeschriebenen Sätze:

«Dann waren die Substanzen so gemischt, wie es noch Aristoteles einem Alexander in alten Zeiten lehrte, daß aus dem Opferrauch herauskam die heilige Imagination, die den Weg zu den Göttern bedeutete; dann war diese Transsubstantiation, die priesterliche Handlung eine richtige. Die Menschenweihehandlung war wahrhaftig vollzogen. Der sie zelebrierte und der, der daran teilnehmen konnte, wußte, das ist das Erkenntnisorgan; denn indem aufflammt in dem Opferrauch und in dem Gebet, das zeremoniell gestaltet wird in dem magischen Wortverlauf, dasjenige was hinaufströmt zu den Göttern, kommt als Gnadengeschenk entgegen von oben die Offenbarung, die das Apokalyptische ist.»

Die hier nur angedeutete inhaltliche Aussage ist dargestellt in Rudolf Steiners Vortrag vom 22. Dezember 1922 «Die Mysterien der samothrakischen Kabiren», enthalten im Band «Mysteriengestaltungen», GA 232.

42 Die Salbung zum Priester erfolgt...: In der internen Vervielfältigung der Christengemeinschaft lautet dieser Abschnitt:

«Die Salbung erfolgt, wenn gefühlt wird, wie in Johannes der Inhalt der Apokalypse entstanden ist, sobald man fühlt, diese Menschen von heute wollen Priester werden dadurch, daß sie selbsterzeugend in sich das Ich selbst in der Apokalypse erleben. Wird das Ich apokalyptisch, dann wird das Ich priesterlich.»

54 so steht es in einer Übersetzung: In der Übersetzung Martin Luthers.

60 So gab es ja ... einen Hirtenbrief: Gemeint ist der Erzbischof von Salzburg, Johannes Baptist Katschthaler, 1832-1914. Sein Hirtenbrief vom 2. Februar 1905

«Die dem katholischen Priester gebührende Ehre» ist publiziert in: Carl Mirbt: «Quellen zur Geschichte des Papsttums und des Römischen Katholizismus», 4. Auflage Tübingen 1924, Kap. 645,-S. 497-499. Nachfolgend die auf die priesterliche Konsekrationsgewalt bezügliche Stelle: «Ehret die Priester, denn sie haben die Gewalt zu konsekrieren. - Kraft der Weihe hat der katholische Priester und

wieder nur er, und nicht die protestantischen Pastoren, diese wunderbare Gewalt. - Die Gewalt zu konsekrieren, den Leib des Herrn mit dem kostbaren Blute, mit Seiner ganzen heiligen Menschheit und Seiner Gottheit unter den Gestalten des Brotes und des Weines gegenwärtig machen; Brot und Wein verwandeln in den wahren Leib und das kostbare Blut unseres Herrn, welch' hohe, erhabene, ganz wunderbare Gewalt! Wo im Himmel ist eine solche Gewalt, wie die des katholischen Priesters? Bei den Engeln? Bei der Mutter Gottes? Maria hat Christum, den Sohn Gottes, in Ihrem Schoße empfangen und im Stalle zu Bethlehem geboren. Ja. Aber erwäget, was bei der heiligen Messe vorgeht! Geschieht nicht unter den segnenden Händen des Priesters bei der heiligen Wandlung gewissermaßen dasselbe? Unter den Gestalten des Brotes und Weines wird Christus wahrhaft, wirklich und wesentlich gegenwärtig und gleichsam wiedergeboren. Dort zu Bethlehem gebar Maria ihr göttliches Kind und wickelte es in Windeln, der Priester tut gleichsam dasselbe und legt die Hostie auf das Korporale. Einmal hat Maria das göttliche Kind zur Welt gebracht. Und sehet, der Priester tut dies nicht einmal, sondern hundert- und tausendmal, so oft er zelebriert.

Dort im Stalle war das göttliche Kind, das durch Maria der Welt gegeben

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ward, klein, leidensfähig und sterblich. Hier auf dem Altare unter den Händen des Priesters ist es Christus in seiner Herrlichkeit, leidensunfähig und unsterblich, wie er im Himmel sitzt, zur Rechten des Vaters, glorreich triumphierend,

vollkommen in jeder Beziehung. - Machen sie den Leib, das Blut des Herrn bloß gegenwärtig? Nein. Sondern sie opfern, sie bringen dem himmlischen Vater das Opfer dar. Es ist dasselbe, was Christus blutigerweise auf Kaivaria und unblutigerweise beim letzten Abendmahl getan hat. Dort hat der ewige Hohepriester Jesus Christus Sein Fleisch, Sein Blut und Leben selbst dem himmlischen Vater zum Opfer gebracht, hier in der heiligen Messe tut Er dasselbe durch seine Stellvertreter, die katholischen Priester. Die Priester hat er an Seine Stelle gesetzt, damit sie dasselbe Opfer, das Er dargebracht, fortsetzen. Ihnen hat Er das Recht über Seine heilige Menschheit übertragen, ihnen gleichsam Gewalt über Seinen Leib gegeben. Der katholische Priester kann Ihn nicht bloß auf dem Altare gegenwärtig machen, Ihn im Tabernakel verschließen, Ihn wieder nehmen und den Gläubigen zum Genusse reichen, er kann sogar Ihn, den menschgewordenen Gottessohn, für Lebendige und Tote als unblutiges Opfer darbringen. Christus, der eingeborene Sohn Gottes des Vaters, durch den Himmel und Erde geschaffen sind, der das ganze Weltall trägt, ist dem katholischen Priester hierin zu Willen. -» (Hervorhebungen nach dem bei Mirbt wiedergegebenen Original.)

68 als wir von Torquay ... hinausfuhren nach der Stätte, wo einst das Schloß des Königs Artus stand: Fahrt nach Tintagel an der westlichen Felsenküste von

Cornwall am 17. August 1924. Rudolf Steiner spricht hierüber in Torquay und in London in den Vorträgen vom 21. und 27. August 1924 (in GA 240, Seite 241 ff. und 288 ff.) sowie in Dornach, am 10. September 1924 (in GA 238, S. 49 f.). 77 «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», GA 10.

79 wie ich es vorgestern charakterisiert habe: Im Vortrag vom 7. September 1924 (in GA 238, Seite 28).

82 ein Arbeiter hatte die Frage präpariert: Ja, woher kommt es eigentlich, daß manche Pflanzen duften und andere nicht?: Vortrag vor den Arbeitern am Goetheanumbau in Dornach am 9. August 1924 (in GA 354).

86 Ignatius von Loyola und Emanuel Swedenborg: Über das Karma dieser Persönlichkeiten spricht Rudolf Steiner insbesondere im Londoner Vortrag vom 24. August 1924 (in GA 240).

88 in dem Kurs über Sprachwissenschaft: «Sprachgestaltung und Dramatische Kunst», Vortragszyklus gehalten in Dornach vom 5. bis 23. September 1924 (GA 282).

91f. Über die Epochen der Erzengelherrschaften nach der mystischen Chronologie des Trithemius von Sponheim spricht Rudolf Steiner mehrfach auch in esoterischen Stunden (siehe GA 266) sowie in folgenden Vorträgen: In München am 5. Dezember 1907 (in «Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe» Nr. 67/68); in Arnheim am 19. Juli 1924 (in GA 240), in Dornach am 8. August 1924 (in GA 237) und in Torquay am 18. August 1924 (in GA 243).

93 Plato sagt: Gott ... geometrisiert: Nach Plutarch «Tischgespräche» (Quaest. conv. VIII,2).

95 Lieber ein Bettler in der Oberwelt: Aus Homers «Odysee», XI. Gesang, Vers 488-491.

98 Joachim von Floris: Zisterzienserabt von Floris oder Fiore in Kalabrien, gest. 1202, schrieb das «Evangelium aeternum» (Deutung biblischer Weissagungen).

Alanus ab Insults (Alain de Lille), um 1120-1202, scholastischer Philosoph, der

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«... Die vierte Tafel, die der Sonne, besteht aus dem Quadrat des Sechsers und enthält sechsunddreißig Zahlen, je sechs in einer Reihe und im Diameter, die Hundert und elf ausmachen; die Gesammtsumme aber beträgt Sechshundert und

Sechsundsechzig. Es stehen ihr göttliche Namen vor, nebst einer Intelligenz zum

Guten und einem Dämon zum Bösen, sowie auch die Charaktere der Sonne und ihrer Geister aus ihr entnommen werden. ...»

Zu Sorat und der Zahl 666 vgl. auch Rudolf Steiners Vorträge vom 27. April 1907 (in GA 96) und vom 11. Oktober 1918 (in GA 184).

119 Tempelherrenorden: Siehe den Vortrag Rudolf Steiners vom 25. September 1916 (in GA 171).

121 neulich im Vortrag: Am 10. September 1924 (in GA 238)

127 der berühmte Ausspruch: Jesus gehört nicht in die Evangelien: Der Ausspruch Adolf Harnacks, wiedergegeben in seiner Schrift «Das Wesen des Christentums», 8. Vorlesung , lautet wörtlich: «Es ist keine Paradoxie und wiederum auch nicht „Rationalismus", sondern der einfache Ausdruck des Tatbestandes, wie er in den Evangelien vorliegt: Nicht der Sohn, sondern allein der Vater gehört in das Evangelium, wie es Jesus verkündigt hat, herein.»

139 *) wie eben durch Jahrtausende das materielle Physische real da war: An dieser Stelle enthält die interne Vervielfältigung der Christengemeinschaft noch die folgenden Notizen eines anderen Teilnehmers:

«Sie werden übernehmen, insofern Sie dazu würdig sind, das Neue Jerusalem nicht bloß als etwas Bildhaftes, wie es die modernen Exegeten hinstellen, sondern als etwas, was so real von oben herunterhängt wie das, was altes Jerusalem war, von unten hinauf auf seinen Füßen stand.»

148 Hölderlin, der einmal sagte, er sehe, wenn er die Deutschen anschaue, Handwerker, aber keine Menschen: In «Hyperion», Zweites Buch.

160 Nietzsche-Individualität, ich habe sie sogar beschrieben in meinem «Lebensgang»: «Mein Lebensgang», GA 28, XVIII. Kapitel. Ähnliche Ausführungen Rudolf Steiners finden sich in folgenden Vorträgen: Dornach, 8. August 1924 (in GA 237) und Arnheim, 20. Juli 1924 (in GA 240).

168 daß der Mensch ... bald größer, bald kleiner ... gestaltet war: Ausführlicher spricht Rudolf Steiner hierüber im Vortrag vom 7. November 1915 (in GA 254).

172 was da lebte in solchen Schulen wie zum Beispiel in der Schule von Chartres: Siehe hierzu die Vorträge Rudolf Steiners insbesondere im 4. Band der «Esoterischen Betrachtungen karmischer Zusammenhänge», GA 238.

173ff. «Das Weib, mit der Sonne bekleidet, den Drachen unter ihren Füßen ...»: Ergänzendes zu diesem Bild findet sich in folgenden Schriften und Vorträgen Rudolf Steiners:

«Der theosophische Kongreß in München», Bericht in der Zeitschrift «LuziferGnosis» Nr.34 (Sommer 1907); Vortrag vom 21. Mai 1907 in München: Erläuterungen zur Einrichtung und Ausgestaltung des Kongreß-Saales; Vortrag vom 16. September 1907 in Stuttgart: Die apokalyptischen Siegel. (Alle enthalten in dem Band «Bilder okkulter Siegel und Säulen. Der Münchner Kongreß Pfingsten 1907 und seine Auswirkungen», GA 284.

174 wie die Planeten dazukamen, finden Sie in meinem Buche «Die Geheimwissenschaft»: GA 13, im Kapitel «Die Weltentwickelung und der Mensch».

  • in der heutigen Auseinandersetzung über die fundamentalen rhythmischen Zah-len des Weltalls und des Menschen: Im 10. Vortrag des Pastoralmedizinischen Kurses, «Das Zusammenwirken von Ärzten und Seelsorgern», GA 318.

  • *) Wenn ich aber der Beobachtende bin ...: Der hier folgende Abschnitt zeigt die Mängel der Textunterlage besonders deutlich, denn die überlieferten Notizen geben keinen klaren Anhaltspunkt dafür, was Rudolf Steiner hier wirklich ge-

sagt hat. Ein einfaches Redigieren im Sinne der Darstellung im sechsten Vortrag, insbesondere auf Seite 90, verbietet sich, da möglicherweise ganz andere Gesichtspunkte angeführt worden sind. Der Leser ist hier darauf angewiesen, sich eine entsprechende Auffassung selbst zu erarbeiten. Hierzu mögen die nachstehenden Vorträge Rudolf Steiners eine Hilfe sein:

Stuttgart, 15. September 1907 (in GA 101)

Berlin, 21. Dezember 1908 (in GA 107)

München, 31. August 1909 (in GA 113) Dornach, 6. Oktober 1914 (in GA 156) Berlin Oktober/November 1904:

Zwölf Vorträge über die planetarische Entwickelung (in «Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe» Nrn. 67/68, 69/70, 71/72 und 78, sowie in GA 89).

186 sie sind nicht im vollen Sinne des Wortes Menschen: Siehe auch «Konferenzen mit den Lehrern der Freien Waldorfschule in Stuttgart», Konferenz vom 3. Juli

1923, GA 300c, sowie den Dornacher Vortrag vom 22. Oktober 1920 im Band «Die neue Geistigkeit und das Christus-Erlebnis des zwanzigsten Jahrhunderts», GA 200. - H. P. Blavatsky spricht von «soulless men» und vom «death of soul» in «Isis entschleiert», Band II und in «Geheimlehre», Band III.

190 was ich heute morgen Astrosophie genannt habe: Im 10. Vortrag des Pastoralmedizinischen Kurses, «Das Zusammenwirken von Ärzten und Seelsorgern», GA 318.

  • Da bekamen wir einen Brief Goethes: Goethes Brief an den Physiker Thomas Johann Seebeck.

  • der Brief war einmal im Besitz Kuno Fischers gewesen: Kuno Fischer (1824 bis 1907), Professor für Philosophie in Jena und Heidelberg, gab die Schrift heraus

«Erinnerungen an Moritz Seebeck, nebst einem Anhange: Goethe und Thomas Seebeck», Heidelberg 1886 (mit zahlreichen Erstveröffentlichungen von Briefen

Goethes an Thomas Seebeck). Siehe auch R. Steiners Aufsatz aus demselben Jahr (1886) «Das Verhalten Thomas Seebecks zu Goethes Farbenlehre», in GA 30. 199 «Die Philosophie der Freiheit», GA 4.

so wie ich es gestern in der esoterischen Stunde gesagt habe: In der sechsten Wiederholungsstunde am 17. September 1924, in «Esoterische Unterweisungen für die erste Klasse der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum 1924», GA 270 I-IV.

«Theosophie. Einführung in die übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung», GA 9.

207 Thomas Garrigue Masaryk, 1850-1937, Professor für Philosophie und Soziologie in Prag, war von 1918-1935 Staatspräsident der Tschechoslowakischen Republik.

212 ich habe das dargestellt im anderen Kurs: Im Pastoralmedizinischen Kurs «Das Zusammenwirken von Ärzten und Seelsorgern», GA 318.

  • Emil Bock, 1895-1959, damals Oberlenker in der Christengemeinschaft.

  • Beim Durchschauen Ihres letzten Heftes: In der Zeitschrift «Die Christengemeinschaft», 1. Jahrgang, Heft 6, September 1924, hatte Emil Bock einen Aufsatz geschrieben mit dem Titel «Die Gegenwart als Weltenstunde. Die sieben Sendschreiben der Offenbarung Johannis».

Friedrich Doldinger, 1897-1973, Lenker in der Christengemeinschaft.

229 Enzyklika des damaligen Papstes gegen den Modernismus: Im Jahr 1907 hatte der Papst Pius X. den Modernismus zum «Sammelbecken aller Häresien» erklären lassen. In dem Dekret «Lamentabili sane exitu» und dem Rundschreiben «Pascendi dominici gregis» wurden alle Irrtümer des Modernismus verworfen; seit dem Jahr 1910 war für den gesamten Klerus die Ablegung des sogenannten

«Antimodernisteneides» vorgeschrieben; erst 1967 wurde die Verpflichtung zur Ablegung dieses Eides wieder aufgehoben. - Siehe hierzu auch die Vorträge Rudolf Steiners vom 30. Mai und vom 3. und 6. Juni 1920 in «Heilfaktoren für den sozialen Organismus», GA 198, sowie vom 26. September 1921 in «Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken», Band II, GA 343.

Syllabus der sechziger Jahre: Der Enzyklika «Quanta cura» vom 8.12.1864 des Papstes Pius IX. war ein «Syllabus» beigegeben mit einem Verzeichnis von achtzig Sätzen, worin die mit dem römischen Katholizismus nicht verträglichen «Irrtümer» des Denkens der modernen Zeit aufgeführt waren.

233ff Joseph Jerome de Lalande, 1732-1807, Jurist und Astronom, wurde 1761 Professor der Astronomie am College de France und 1768 Direktor der Sternwarte in Paris. Hauptwerke: «Traite d'astronomie», Paris 1764; «Bibliographie astronomique», Paris 1803.

Es war im Jahr 1773: Im «Handbuch der Astronomie, ihrer Geschichte und Litteratur» von Rudolf Wolf, Zürich 1892, heißt es hierüber (Drittes Buch, zu Abschnitt 578):

«Als man im Frühjahr 1773 in Paris hörte, es gedenke Lalande der Akademie <Reflexions sur les Cometes qui peuvent approcher de la terre> vorzutragen, entstand große Spannung. Da jedoch diese Vorlesung in der betreffenden Sitzung wegen Überfülle der Traktanden nicht mehr an die Reihe kam, so verbreitete sich, ob aus Dummheit oder Bosheit weiß man nicht, das Gerücht, Lalande habe auf den 12. Mai den Weltuntergang durch Zusammenstoß der Erde mit einem Kometen ankündigen wollen, sei aber von der Polizei daran verhindert worden, und dieses bloße Gerücht genügte, einen so panischen Schrecken zu verbreiten, daß nicht nur ganz Paris jenem Tage entgegenjammerte, sondern sogar infolge der Angst Frühgeburten, Todesfälle etc. eintraten, und unwürdige Geistliche, welche um schweres Geld Absolution anboten, die besten Geschäfte machten. Der schnelle Abdruck von Lalandes Abhandlung und verschiedene Versuche, durch Scherz und Ernst die Aufregung abzuschwächen, halfen wenig, - erst nachdem der Schreckenstag ohne Störung irgend welcher Art verlaufen war, beruhigten sich nach und nach die Gemüter.»

234 Wilhelm Biela, 1782-1856, österreichischer Astronom. Er entdeckte 1826 den nach ihm benannten Kometen, der eine Umlaufzeit um die Sonne von 6,6 Jahren hatte. 1845 zerfiel der Bielasche Komet in zwei Teile, die sich zunehmend voneinander entfernten und sich nach und nach in Meteoritenwolken auflösten. In den Jahren 1872, 1885, 1892 und 1899 durchquerte unsere Erde diese Wolken

und es ereigneten sich außergewöhnliche Sternschnuppenfälle.

236 Johann Joseph von Littrow, 1781-1840, seit 1807 Professor der Astronomie in Krakau, ab 1819 in Wien, zugleich Direktor der dortigen Sternwarte. In seiner Abhandlung «Über den gefürchteten Kometen des gegenwärtigen Jahres 1832 und über Kometen überhaupt», Wien 1832, schreibt Littrow über den Bielaschen Kometen:

«Der Komet kömmt nämlich, in diesem Jahre am 29. Oktober (1832), bis auf die sehr kleine Distanz von 2 1/3 Erddurchmesser an die Bahn der Erde, aber nicht an die Erde selbst. Dazu würde erfordert werden, daß die Erde genau zu derselben Zeit, d.h. am 29. Oktober, in diesem dem Kometen nächsten Punkte ihrer

Bahn sich befände. Allein an diesem Tage ist die Erde noch sehr weit von jenem Punkte ihrer Bahn entfernt, in welchem sie allein dem Kometen nahe kommen oder von ihm etwas zu besorgen haben könnte. ... Anders würde sich dies verhalten, wenn der Komet, der am 27. November der Sonne am nächsten stehen wird, erst am 28. Dezember durch seine Sonnennähe ginge. In diesem Falle würde jene starke Annäherung des Kometen an die Erde selbst in der Tat stattfinden. ... Dies geschieht aber nicht während dem ganzen Laufe dieses Jahrhunderts. Erst im Jahre 1933 fällt die Sonnennähe des Kometen auf den letzten ... Dezember, wenn er nämlich seine bisherige Umlaufszeit von 6 3/4 Jahren unverändert beibehält. Allein die großen Störungen, welche der Komet während dieser langen Zeit von den Planeten, vorzüglich dem Jupiter, erleidet, werden bis dorthin die Elemente seiner Bahn so sehr geändert haben, daß auch dann leicht alle Gefahr für die Erde ungemein vermindert, wenn nicht ganz vernichtet

werden kann.» (S. 23/24)

der Berliner Postminister: Der Generalpostmeister Karl Ferdinand Friedrich von Nagler, 1770-1846.

es wurde auch ein ärztliches Kollegium in Nürnberg um ein Gutachten gefragt: Siehe hierzu R. Hagen, «Die erste deutsche Eisenbahn», 1885, S. 45, und M. Kemmerich, «Kulturkuriosa», München 1909, S.282.

  • Hegel... hat die ganz richtige Wahrnehmung gemacht, daß gute und schlechte Weinjahre mit den Kometen zusammenhängen: In «Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundriß», 2. Teil: Naturphilosophie; hrsg. von C. Michelet, Berlin 1847, S. 154.

  • Ich habe in Paris 1906 in einem Vortrage darauf aufmerksam gemacht: Während des Vortragszyklus, den Rudolf Steiner vom 25. Mai bis 14. Juni 1906 in Paris gehalten hat. Edouard Schure, nach dessen Referaten die Vorträge im Band «Kosmogonie», GA 94, gedruckt wurden, hat diese Ausführungen allerdings nicht festgehalten. Daß durch Spektralanalyse in der Kometensubstanz Cyan festgestellt worden war, wurde um das Jahr 1910 veröffentlicht und zwar im Zusammenhang mit dem Erscheinen des Halleyschen Kometen. In Fachkreisen wurde über diese Tatsache schon Ende des 19. Jahrhunderts gesprochen.

247 wenn die Zeit eine Einheit wird: TAX diesen hier nur kurz angedeuteten Zusammenhängen siehe Rudolf Steiners Vortrag über Zarathustra, Berlin, 19. Januar 1911 (in GA 60, Seite 268 ff.).

  • Es lebt ja im menschlichen Organismus das Geistige nicht in den Aufbauprozes-sen: Siehe hierzu Rudolf Steiners Ausführungen in «Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen», GA 27, I. Kapitel, Seite 16/17.

  • Johann Gottlieb Fichte, 1762-1814.

253 Erscheinen einer bösen Drüse: Apk. 16, 2. So in der Übersetzung von Martin Luther. Neuere Bibelübersetzungen sprechen von «Geschwür».

264f. Karl Friedrich Eusebius Trahndorff, 1782-1863, lebte in Berlin. Er schrieb «Der Teufel - kein dogmatisches Hirngespinst - Offenes Sendschreiben an den Herrn Dr. Sydow, Prediger an der Neuen Kirche zu Berlin», Berlin 1853. Rudolf Steiner spricht hierüber auch im Berliner Vortrag vom 25. Januar 1916 (in GA 166).

er hat auch eine Ästhetik geschrieben: «Ästhetik oder Lehre von Weltanschauung und Kunst», Berlin 1827.



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