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Das Initiaten-Bewußtsein

Online seit: 31st May, 2010

ZUR EINFÜHRUNG
Aus: «Unsere Sommerkurse in Torquay»

In Torquay, an der südwestlichen englischen Küste, haben diesmal die Freunde der anthroposophischen Bewegung in England die Sommerkurse veranstaltet. Mr. Dunlop, der feinfühlige, nach weiten Zielen schauende Anthroposoph, und Mrs. Merry, die unermüdlich Tätige und der Bewegung liebevoll Ergebene, haben sich, im Verein mit den anderen Freunden, der großen Arbeit unterzogen, diese Kurse zu ermöglichen.

Die Arbeit besteht in einem fortlaufenden Kurse für Mitglieder undFreunde der Anthroposophie, den ich an den Vormittagen halte und für den das Thema gewünscht worden ist: «Die wahren und die falschen Wege der geistigen Forschung»; in einem Kursus für die Lehrkräfte der in der Begründung begriffenen, im anthroposophischen Geiste gehaltenen Schule, der in den ersten Nachmittagsstunden stattfindet; in fünf Eurythmieaufführungen, die von Marie Steiner geleitet werden und bei denen diese auch die Rezitation leistet; in Mitgliedervorträgen und Klassenstunden; ferner in Vorträgen Dr. v. Baravalles...

Die Übersetzung meiner in deutscher Sprache gehaltenen Vorträgeleistet in der aufopferndsten Art Mr. Kaufmann.

Wir stehen, da ich dieses schreibe, mitten in dem Kurse darinnen.

In den Vormittagsvorträgen setze ich mir zur Aufgabe, die Wege der menschlichen Seele zu den verschiedenen Bewußtseinszuständen zu zeigen, durch die sich dem Menschen die dem gewöhnlichen Bewußtsein verborgenen Weltgebiete offenbaren. Zunächst habe ich dargestellt, welche Veränderungen die Bewußtseinsverfassung des Menschen im Laufe der geschichtlichen Entwickelung durchgemacht hat. Ich habe dazu zwei Beispiele gewählt: die alten Chaldäer und die Lehrer der Schule von Chartres im Mittelalter. Bei den Chaldäern ist ein Anschauen vorhanden, das an den Sinnesoffenbarungen auch noch das Geistige mit-wahrnimmt. Bei ihnen ist noch nicht das gedankengetragene Wachbewußtsein vorhanden, das die heutige Menschheit hat, sondern ein solches, das in Bildern Sinnliches und Geistiges wachend zusammenschaut; dafür aber bleibt ihnen auch der traumlose Schlaf nicht erinnerungslos; sie besinnen sich auf denselben und nehmen dadurch das Geistige wahr, dem der Mensch vor der Geburt und nach dem Tode angehört. Die Lehrer von Chartres sprechen aus ihrem Bewußtsein heraus, das sie zwar nicht mehr voll entwickelt, aber dem Inhalte nach traditionell überliefert haben, von der «Natur» nicht wie der gegenwärtige Mensch als einer bloßen Summe von Naturgesetzen, sondern wie von einem lebendigen Wesen, das im lebendigen Tun die Erscheinungen der Natur hervorbringt. Die Anschauung dieses lebendigen Wesens, die der Mensch einstens besessen hat, ist damit verlorengegangen, daß die Erinnerungsfähigkeit an die Erlebnisse des traumlosen Schlafes erloschen ist. Ich ging dann dazu über, zu zeigen, wie der Mensch die verschiedenen Bewußtseinszustände in sich erzeugt, wie er dadurch zu der Erkenntnis dessen kommt, was geistig hinter dem Menschen-, dem Tier-, Pflanzen- und Mineralreiche waltet. Ich schilderte die geistige Wesenhaftigkeit einzelner Metalle und deren Beziehung zu dem sich zur geistigen Anschauung entwickelnden sowie auch zu dem kranken Menschen. Ich stellte ferner dar, wie der Bewußtseinszustand ist, der das Leben des Menschen über den Tod hinaus verfolgen kann. Auch stellte ich den Zuhörern vor Augen, wie gewisse Bewußtseinszustände, die entwickelt werden können, dem Menschen ermöglichen, sein geistiges Gesichtsfeld von der Erde hinweg in den Kosmos, zu den Sternensphären zu erweitern.

So versuche ich, die Grundlage dafür zu gewinnen, die rechten Wege zur Erkenntnis der geistigen Welt zu zeigen, um dann weitergehend die Abirrungen auf unrichtige Bahnen anschaulich machen zu können...




Zuletzt aktualisiert: 16-Aug-2019
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