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Die Erziehungsfrage als soziale Frage

Online seit: 30th November, 2017

AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN


ERSTER VORTRAG, Dornach, 9. August 1919 9

Die Bewältigung der sozialen Probleme der Gegenwart durch geistige Erkenntnis. Der fundamentale Gegensatz zwischen Orient und Okzident: Die Betrachtung der äußeren Sinneswelt als Maja (Orient), des Seelisch-Geistigen als Ideologie (Okzident). Die dreifache Bedrohung des Menschen seit dem 15. Jahrhundert durch Naturwissenschaft und Maschine: Mechanisierung des Geistes, Vegetarisierung der Seele, Animalisierung des Leibes. Über den Begriff «Sozialdemokratie». Die historische Forderung nach einem dreigegliederten sozialen Organismus: Sozialismus für das Wirtschaftsleben, Demokratie für das Staatsleben, Freiheit für das Geistesleben. Die Erziehungsfrage als zentrale soziale Frage; die Bedeutung verschiedener Erziehungsprinzipien in den drei Phasen der Kindheits- und Jugendentwicklung: 1. Nachahmung bis zum 7. Jahr als Grundlage für soziale Freiheit — 2. Autorität bis zum 14. Jahr als Grundlage für das Rechtsempfinden — 3. Allgemeine Menschenliebe nach der Geschlechtsreife als Grundlage der Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben. Der Fatalismus als Seelenstimmung in Ost und West. Der heutige soziale Organismus: Griechische Geistesstruktur, römische Rechtsstruktur, europäisches Zivilisations-Wirtschaftsleben. Dreigliederung des sozialen Organismus zur Überwindung des chaotischen Wirtschaftslebens, des Rechtslebens als Machtlebens, des zur Phrase entarteten Geisteslebens. Die Lehre Lujo Brentanos als Beispiel für heutige ökonomische Wissenschaft. Ware, Arbeit, Kapital: Das Erfassen dieser Begriffe durch Imagination, Inspiration und Intuition.

ZWEITER VORTRAG, 10. August 1919 34

Nachklänge griechischer und römischer Seelenverfassung in der Gegenwart. Der Wandel der Begriffe vom Bildhaften zum Abstrakten seit dem 15. Jahrhundert; die Begriffskräfte als Nachklänge vorgeburtlicher geistiger Erlebnisse, Das Sich-als-Geist-Begreifen als Aufgabe des Denkens in der heutigen Zeit. Das Sinnlos-Werden des menschlichen Willens in der industriellen Tätigkeit; die Notwendigkeit des Gegenüberstellens eines sinnerfüllten Aus-dem-Geiste-heraus-Wollen und die Ausbildung eines inneren Wahrheitsgefühls gegenüber den Aufgaben der Zeit. Die Bewußtseinsumwandlung der Menschen am Beispiel des Empfindens gegenüber den Malereien Raffaels und Michelangelos damals und heute; der Zusammenhang mit der Beschränkung des religiösen Bewußtseins auf ein Erdenleben in der vierten Kulturepoche und seine notwendige Ausdehnung auf die wiederholten Erdenleben heute. Die Zerrissenheit der heutigen Menschenseelen als Folge der Mängel im Erziehungswesen, Förderung der Konzentration durch Ökonomie der Erziehung am Beispiel des Stundenplanes. Die Aufgaben der geplanten Schule der Waldorf-Astoria in Stuttgart.

DRITTER VORTRAG, 11. August 1919 54

Ware, Arbeit, Kapital — drei Begriffe zum Verständnis des äußeren sozialen Lebens. Die moderne Nationalökonomie: Praxis ohne Theorie; die Sozialdemokratie: Theorie ohne Praxis. Die Notwendigkeit eines imaginativen Verständnisses der Welt für das soziale Leben der Zukunft. Imaginative Begriffe als Vorbedingung rechter Sozialisierung. Die Notwendigkeit der Durchdringung der Gesellschaft: 1. mit imaginativen Begriffen für das fühlende Verständnis der Ware — 2. mit inspirativen Begriffen für ein neues Arbeitsverständnis — 3. mit intuitiven Begriffen für die richtige Stellung des Kapitals im sozialen Organismus. Die Beziehungen zwischen Ware, Arbeit, Kapital. Voraussetzungen zum Erkennen der Bedeutung: 1. der Imagination für die Ware durch Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben — 2. der Inspiration für die Arbeit durch Gleichheit im Rechtsleben — 3. der Intuition für das Kapital durch Freiheit im Geistesleben. Die Bedeutung der Neufindung des Zusammenhanges zwischen Wort und Geistigkeit.

VIERTER VORTRAG, 15. August 1919 67

Die Durchsetzung der pädagogisch-didaktischen Anschauung mit materialistischer Gesinnung durch die heutige Lehrerbildung. Seelische Ausdörrung als Folge des heute üblichen Anschauungsunterrichtes. Das Durchdrungensein vom Zusammenhang des Menschen mit den übersinnlichen Welten als Vorbedingung für das Lehrersein. Das Kind als Frage der übersinnlichen Welt an die sinnliche. Anthroposophische Anthropologie als Grundlage der Zukunftspädagogik: Die innerliche Erfassung der Dreigliederung des Menschen; Kopf- oder Nerven-Sinnesmensch, Brust- oder rhythmischer Mensch, Gliedmaßen- oder Stoffwechselmensch. Die Bedeutsamkeit der Unsterblichkeitsfrage für die Entwicklung der Geisteskultur: Das Richten der Aufmerksamkeit auf die Offenbarung des Vorgeburtlichen statt des egoistischen Hinschauens auf das Nachtodliche. Betrachtung der Formen der drei Glieder der Menschennatur. Der Kopf als Bild für den physischen, die Brust als Bild des ätherischen, der Stoffwechsel als Bild des astralischen Leibes. Das Wahrnehmen des Ich im Betrachten der Veränderung des Menschen in der Zeit. Physiognomische Pädagogik; Beispiel Fichte. Das gegenwärtige Streben nach Nivellierung, Beispiel von Hermann Bahr, im Gegensatz zum Streben nach Individualisierung als eigentliches innerstes Ziel des Menschen.

FÜNFTER VORTRAG, 16. August 1919 85

Die Metamorphosen der menschlichen Intelligenz im Laufe der Entwickelungsepochen: Die Intelligenz des ägyptisch-chaldäischen Menschen als Wahrnehmung der Verwandtschaft des Menschen mit dem Kosmos; die Intelligenz des griechisch-lateinischen Menschen als Erkenntnis der Gesetzmäßigkeit des Toten. Die zunehmende Neigung der Intelligenz zum Bösen, zur Täuschung und zum Irrtum. Die Bedeutung des Mysteriums von Golgatha in diesem Zusammenhang. Christus-Begriff und allgemeiner Gottesbegriff; Atheismus als Krankheit; Nicht-Anerkennen des Christus als Unglück. Die notwendige Durchdringung der ins Ahrimanische hineinsteuernden Intelligenz mit dem Christus-Prinzip. Die Furcht der sich inkarnierenden Seelen vor dem Abstieg in die vom Materialismus erfüllte Welt; der melancholische Zug in den Gesichtern der heutigen Kinder. Die Aufgabe des Lehrers: Vorbereitung des Kindes auf das Sich-Verbinden mit dem Christus-Impuls. Auswüchse der gegenwärtigen Zivilisation am Beispiel der sogenannten «Flintenweiber» im Osten Europas. Das Ergriffenwerden vom Ernst der Zeit und die daraus erwachsenden Aufgaben.

SECHSTER VORTRAG, 17. August 1919 98

Über die Bedeutung einer exakten Kenntnis der menschlichen Wesenheit; die Veränderung des physischen Leibes von der ägyptisch-chaldäischen Zeit (Pflanzenartigkeit) bis heute (Leichnamhaftigkeit). Geschwürbildung als teilweises Atavistisch-Werden des menschlichen Leibes. Die Beschaffenheit des physischen Leibes im Zusammenhang mit der Art der Erkenntnis. Die Beziehung des Menschen zu den Naturreichen im Gang durch die nachatlantischen Kulturepochen: der Herabstieg vom Menschlichen über das Tierische und Pflanzliche zum Mineralischen; Wiederaufstieg zur Erkenntnis des Lebendigen, Pflanzlichen als Aufgabe der heutigen fünften Kulturepoche. Goethe als Repräsentant dieser Epoche. Der Egoismus in den heutigen religiösen Anschauungen; die Einengung des Gottesbegriffes auf den eigenen Engel. Das Gleichgültigwerden gegenüber den allgemeinen Schicksalen der Menschheit als Ausdruck des «intelligenten Egoismus». Das Erkunden der Schicksalsziele der Menschheit: im Westen auf medialem, im Osten auf mystischem Wege (Beispiel: Rabindranath Tagore). Das Interesse für das über das Persönliche hinausgehende Geschehen im Erdenraume als Ausgangspunkt für das Erfassen des Erzengelwesens; das Interesse für das Hereinragen vergangener und zukünftiger Impulse in die Gegenwart als Voraussetzung zur Bildung von Begriffen über die Sphäre der Zeitgeister. Betrachtung der dem heutigen Geistes-, Rechts- und Wirtschaftsleben zugrundeliegenden Impulse mit besonderer Berücksichtigung der Intentionen der Frauenbewegung. Anthroposophische Erkenntnis als Richtschnur für gegenwärtiges Wirken und Streben. Der Dornacher Bau.





Zuletzt aktualisiert: 05-Oct-2019
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